Filmkomponistinnen

Eine Frau und ihre Filmmusik

Am Weltfrauentag spricht das Zürcher Filmorchester mit der Komponistin Mirjam Skal, über ihre Musik und die Rolle als Frau in der Filmbranche.

«Ich möchte alle Mädchen und jungen Frauen ermutigen, ihrer inneren Stimme zu folgen und ihre Musik in die Welt rauszutragen.», sagt die 24-jährige Filmkomponistin. Mirjam Skal schliesst zurzeit ihr Masterstudium an der ZHdK im Studiengang «Komposition für Film, Theater und Medien» ab.

 
Farbige Klänge
Schon früh hat sie Musik in Form von Geschichten, Farben, Formen und Bildern empfunden und liess sich von der Musik durchs Leben begleiten. Neben ihrem Studium arbeitet sie als freischaffende Komponistin für Film und Medien. Mirjam hat sich 2019 selbständig gemacht und komponiert unter anderem für das Schweizer Radio und Fernsehen. Dort verleiht sie Dokumentarfilmen und Hörspielen den Soundtrack. Ihr liebster Bereich ist aber die Vertonung von Animationsfilmen. Als Synästhetin nimmt sie Sinnesreize intensiver oder anders wahr und wird stark von Farben inspiriert. Ihre Musik beschreibt sie selbst als flächig, atmosphärisch und teilweise düster. Es fasziniert sie, organische und synthetische Klänge zu mischen und damit einen aussergewöhnlichen Klang zu erzeugen.
 
Straffer Zeitplan
Zurzeit ist Mirjam Skal mit mehreren Projekten beschäftigt. Einerseits vertont sie einen experimentellen Kurzfilm eines Londoner Regisseurs, was sie aktuell als ihr liebstes Projekt bezeichnet. Auch ist sie Mitglied im Mentorats-Programm der «Alliance for Women Film Composers», in dem sechs junge Frauen mit etablierten Komponist*innen zusammengeschlossen werden. Nun wird sie im Rahmen des Programms von dem Filmkomponisten und Oscar-Gewinner Mychael Danna (LIFE OF PI, LITTLE MISS SUNSHINE, ONWARD) begleitet. Zusätzlich ist sie momentan Teil des Förderprogramms des Berlinale Festivals, wo sie ausgewählt wurde um an Workshops, Masterclasses und Networking Events teilnehmen zu dürfen.
 

Freudetränen
Mirjam Skal betont den Wert solcher Förderprogramme. Als junge Frau sei es leider immer noch ein Weg mit Hindernissen, ins Business der Filmmusik einzusteigen. Gemäss einer Studie hat sich der Prozentansatz von Frauen, die Hollywood Produktionen vertonen, in den letzten vier Jahren auf sechs Prozent verdoppelt. Dies ist ein kleiner, aber bedeutender Fortschritt in dieser kurzen Zeit. Im Jahr 2020 hat die Komponistin und Cellistin Hildur Guðnadóttir als erste Frau seit 20 Jahren den Oscar in der Kategorie «best original score» gewonnen, was ein besonders emotionaler Moment für Mirjam war. Sie habe da wohl mit vielen anderen Filmmusik-Komponistinnen auf der Welt aus Freude mitgeweint, sagt sie. Selbst sieht sie sich in einem rundum unterstützenden Umfeld. Es freut sie mitzuerleben, wie die Welt der Filmmusik zurzeit im Wandel ist. In ihrem Studiengang rücken beispielsweise immer mehr junge Frauen nach und das Geschlechterverhältnis gleicht sich mehr und mehr aus.
 
Für heute und für immer
Zum heutigen Weltfrauentag bedeutet es Mirjam Skal viel zu sehen, wie sich Menschen aus der ganzen Welt vereinen, um an diesem Tag für Gleichberechtigung zu kämpfen. Der Einsatz für Frauenrechte solle sich aber nicht auf einen einzigen Tag im Jahr beschränken. «Das gilt für die Filmmusik- aber auch für alle anderen Bereiche des Lebens.»

Mehr über Mirjam findet ihr HIER.
 
Autorin: Rahel (2. Geige)


Zürcher Filmorchester ZFO

Frauen Weibliche Komponistinnen Filmmusik